
Philosophie & Geschichte
Die Anfänge
Manche Geschichten beginnt man am besten von vorn. Unsere startet im Jahr 1867, als Katharina und Ignaz Sträßler sich eine Mostpresse anschafften. Damals ahnte niemand, dass aus diesem kleinen Anfang einmal eine der kreativsten Bio-Destillerien Europas werden würde.
Heute, über 150 Jahre später, verbindet die Destillerie Farthofer diese Wurzeln mit einem unermüdlichen Drang nach Qualität und Innovation. Was bleibt, ist das Prinzip: Alles selbst machen, alles verstehen, nichts dem Zufall überlassen.
Most, Mut und ein Brennkessel
In der Familie wurde schon immer Wert auf Obstveredelung gelegt. Das Brennrecht stammte noch von Kaiserin Maria Theresia. Die Großeltern bewirtschafteten eine gemischte Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und Streuobstwiesen. Großmutter Maria erzählte stolz von den goldenen Zeiten des Mostbauernhauses – von über 60.000 Litern Most pro Jahr und Nachbarn, die zum Tratsch auf ein Glas vorbeikamen.
In den Siebzigerjahren sank die Nachfrage. Nur noch 1.000 bis 2.000 Liter wurden für den Eigenbedarf erzeugt. Der Zeitgeist hatte das traditionsreiche Getränk noch nicht wiederentdeckt.
Der junge Pionier
Schon während der Schulzeit spürte Josef, dass er den Hof übernehmen würde – aber auf seine Art. Nicht die Stallarbeit faszinierte ihn, sondern die Arbeit mit Obst und Früchten. Mit gerade einmal 18 Jahren investierte er seine Ersparnisse aus Nachhilfestunden in eine neue Presse, eine Süßmostspirale und eine Flaschenwaschanlage. Keine üblichen Anschaffungen für einen Jugendlichen.
Mit 19 stellte er seinen ersten Apfel- und Birnenmost her. Das Ergebnis war so gut, dass er wusste: Hier liegt sein Talent. Mit 24 folgte der erste Birnenmostbrand – aus einer Not heraus, denn der alte Brennkessel hatte kein Wasserbad. Fruchtmaische wäre angebrannt. Also griff Josef zu flüssigem Most als Ausgangsmaterial. Das Ergebnis gelang hervorragend und trug bereits die Handschrift, die ihn später berühmt machen
Verstehen, um zu perfektionieren
Was Josef am Brennen von Anfang an faszinierte, war die Verbindung aus Chemie, Technik und Biologie. Die Herausforderung, aus hochwertigem Obst das Aroma einzufangen und daraus edle Produkte zu erzeugen. Dieses ganzheitliche Verständnis ist bis heute der Kern der Farthofer-Philosophie.
Rohstoff
Jeder Rohstoff wird verstanden – vom Feld bis zum Destillat.
Prozess
Jeder Prozessschritt wird selbst kontrolliert – von der Ernte über die Mälzerei bis zur Abfüllung.
Qualität
Qualität entsteht nicht durch Zufall, sondern durch Wissen und Erfahrung.
Vom Feld in die Flasche
Was als Überzeugung begann, ist heute Geschäftsmodell: Die Destillerie Farthofer kontrolliert die gesamte Wertschöpfungskette. 55 Hektar Bio-Landwirtschaft liefern Obst und seltene Getreidesorten. Die hauseigene Mälzerei verarbeitet Emmer, Nackthafer und Winterweizen. Die Destillation geschieht in Eigenregie. Die Abfüllung ebenso.
Kein anderer Schritt wird ausgelagert, kein Rohstoff zugekauft, wo es vermeidbar ist. Das Ergebnis: Spirituosen mit unverwechselbarem Charakter und lückenloser Herkunft.
Meilensteine
Katharina und Ignaz Sträßler erwerben die erste Mostpresse.
Josef Farthofer brennt seinen ersten Birnenmostbrand.
Nominierung zum österreichischen Klimaschutzpreis für nachhaltiges Wirtschaften.
O·Vodka wird beim International Wine & Spirit Competition zum weltbesten Vodka gewählt.
Viktualia Award für das Brot-Upcycling-Projekt mit Bio-Bäcker Nikodemus Gottschaller.
Sustainability Award von The Drinks Business.
Auszeichnung als „Nachhaltiger Gestalter“ und Reduktion des Wasserverbrauchs um über 50%.
Falstaff Brennerei des Jahres

